Perfektion oder Emotion?

DesignWas wollen wir eigentlich? Perfektion, Emotion, Qualität, Design?

Heute öffnete die CeBIT ihre Pforten. Für mich ist das jedes Jahr ein fester Termin in meinem Kalender. Auch in diesem Jahr waren einige Gespräche auf der Messe verabredet ansonsten ließ ich mich treiben.

Ich trieb vorbei an Dronen, neuster Technologie, autonomem Fahren und strandete wie auch im vergangenen Jahr bei Watson dem „Supercomputer“.

Komplexe Software ist in der Lage nahezu Perfektion in der Fertigung zu schaffen. Abweichungen sind für das Auge kaum wahrnehmbar. Supercomputer wie Watson verfügen über eine Menge an Wissen, dass sie in kürzeste Zeit für den Menschen nutzbar machen, dass unser Gehirn im Vergleich alt aussieht.

KönnenWissen oder Können?

Dennoch, haben sie einmal versucht eine Handwerkstechnik mittels Videoanleitung zu lernen? Ich versuche es öfter und stelle fest, ich muss üben, um meine Fähigkeiten in Richtung Können zu entwickeln.

Umso mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr Respekt habe ich vor unserem Team. Ähnlich geht es mir bei anderen Handwerken. Ein Paar Schuhe, ein Kleidungsstück, ein Essen, dass all meine Sinne anspricht, fasziniert mich. Ich überlege mir wer wohl dahinter steckt. Welche Gedanken sich die Handwerker dahinter wohl gemacht haben. Was sie dazu gebracht hat genau das zu kreieren, zu fertigen, dass ich erlebe.

Umfassendes Wissen schnell nutzbar zu machen, Abläufe zu vereinfachen, Fehler in Prozessen zu minimieren – das sind für mich die klaren Vorteile der Digitalisieren. Dafür gehe ich auf die CeBIT und recherchiere. Ich nutze die Technik um Menschen zu erreichen, die ich sonst nicht hätte erreichen können.

Perfektion, TransformationDigitale Transformation und Handwerk

Im Gegenzug zur digitalen Transformation aber nimmt mein Respekt vor Können zu, vor Handwerk zu. Hier arbeiten Menschen, die ein solches Können in ihrem Fach erlangt haben, dass Ihre Tätigkeit nahezu spielend leicht aussieht.

Was aber noch viel wichtiger ist: Hier arbeiten Menschen die mit Ihrer Leistung begeistern und unsere Sinne ansprechen. Handwerk wird fühlbar – ein gelungener Abend bei dem das Essen auf der Zunge schmilzt. Ein neuer Haarschnitt, der neue Energie in Ihnen weckt. Ein Brot, dass beim Aufschneiden so duftet, dass einem das Wasser im Mund zusammen läuft. Ein Raum, der durch ein frisch montiertes Möbelstück vervollständigt scheint.

All das ist Handwerk. Und auch wenn die digitale Transformation unser Leben in den Grundfesten verändert und ich die damit verbundenen Möglichkeiten schätze und nutze, all das wird für mich nie die Emotionen gelebten Handwerks ersetzen.

Dafür stehen wir alle morgens auf und wecken Emotionen. Oder ist das Leben ohne Emotionen lebenswert?

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