Digitalisierung im Handwerk

DetailDigitalisierung im Handwerk

Stichwort Digitalisierung:

Ein digitales Büro in einem klassischen Handwerksbetrieb – einer Manufaktur – ist das überhaupt umsetzbar und auch sinnvoll?

Darüber haben wir uns im Vorfeld zugegeben gar keine Gedanken gemacht. Für uns stand von Beginn an die Situation im Raum, dass das Büro so wenig Zeit wie irgend möglich kosten darf, denn die Zeit wird natürlich für Kunden und Aufträge benötigt. Klar war auch immer, es mussten zwei Personen im Büro arbeiten und Björn würde viel unterwegs sein, sowohl im In- als auch im Ausland und musste natürlich dennoch jederzeit Zugriff auf das aktuelle Geschehen haben.

ArmaturAlso was tun?

Was wir dann begannen war eine Reise durch die Möglichkeiten von Hard- und Software, auf der wir uns auch heute noch befinden.

Im Laufe der vergangenen acht Jahre veränderte sich unsere Tischlerei – Mitarbeiter kamen dazu, wir haben angefangen auszubilden, mehrere Projekte mussten parallel abgewickelt werden, Arbeitsvorbereitung und Zeiterfassung spielten eine immer größere Rolle.

Gleichzeitig setzten sich Smartphones immer mehr durch, Brief und Fax wurden gerade auch für Angebote und Rechnungen durch die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation abgelöst. Personen nahezu jeden Alters sind mit moderner Technik vertraut.

Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben diese Möglichkeiten zu nutzen und werden berichten welche Erfahrungen wir im Laufe der Zeit gesammelt haben.

Duale Ausbildung im Handwerk

Ausbildung

Beim IHK Jahresauftakt in diesem Jahr hielt Dr. Christian Hinsch, der Präsident der IHK Hannover ein flammendes Plädoyer für die duale Ausbildung und appellierte an die Anwesenden wie die Kammer Werbung dafür zu machen. Seinen Worten zufolge sind im Kammerbezirk im vergangenen Jahr 3,3 % weniger Ausbildungsverträge geschlossen worden.

Uns im Handwerk betrifft das ähnlich. Nahezu jeder Betrieb beklagt den Fachkräftemangel. Die meisten Betriebe erhalten weniger Bewerbungen, einige Branchen nahezu keine Bewerbungen für die Ausbildung mehr.

Sprechen wir mit Kollegen, so dreht sich die Diskussion auch immer wieder um die Qualität der Auszubildenden, um Erwartungen, um Vorwissen.

Mit der Eintragung in die Handwerksrolle, haben wir in unserer Möbelmanufkatur bewusst dafür entschieden auszubilden. Bei uns wird im Tischlerhandwerk ausgebildet.

2017 werden voraussichtlich zwei unserer Auszubildenden ihre Gesellenprüfung absolvieren. Mit allen Höhen und Tiefen werden die Beiden stolz auf ihr Gesellenstück schauen können, dass sie mit allem ihrem in der Ausbildung erlangten Wissen und Können, eigenhändig gefertigt haben.

Als Frau für die Verwaltung sehe ich mich immer wieder staunend in der Werkstatt um und bin begeistert zu sehen, was hier aus einer Idee, Kreativität, Geschick und Können entsteht.

FachkräftegewinnungFachkräftemangel

Dürfen wir uns als Betriebe über Fachkräftemangel beschweren, wenn wir selbst nicht ausbilden? Ich denke Nein. Nur wenn wir selbst ausbilden und unser Wissen und Können vermitteln, wird es nachfolgende Generationen geben.

Doch wir müssen uns auch den aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir leben in einer immer schneller werdenden, digitalisierten Welt. Wissen ist via Internet nahezu immer und überall abrufbar. Es gibt Listen von Berufen, die in absehbarer Zeit starken Veränderungen unterliegen oder nahezu ganz verschwinden.

Passt das Handwerk denn überhaupt noch in diese Zeit?

Für uns haben wir diese Frage mit einem klaren Ja beantwortet und uns entschieden Wissen, vor allem aber Können in unserem Handwerk, dem Möbelbau zu erhalten und zu vermitteln.

Wir, in und für unsere Möbelmanufaktur bilden dual und im Handwerk aus. Das bedeutet für uns, genauso wie für die Azubis einen intensiven gemeinsamen Weg zu beschreiten und am Ende hoffentlich erfolgreich und stolz auf ein gelungenes Gesellenstück zu blicken.

Wir freuen uns auf all die, die diesen Weg mit uns gehen wollen und werden.

Digitalisierung unterstützt die Fachkräftegewinnung

FachkräftegewinnungFachkräftegewinnung im Handwerk

Wer in den vergangenen Wochen die Posts (handwerk.com ) gelesen hat oder auch die Zeitung „Norddeutsches Handwerk erhält, wird unseren Artikel gesehen haben.

Klar freuen wir uns riesig über den Artikel und sind auch ein kleinwenig stolz. Dennoch war dieser Artikel bzw. das vorhergehende Interview für uns weitaus mehr. Es war ein Anlass unser Vorgehen, unsere Organisation und unsere Arbeitsweise zu hinterfragen:

  • Ist es sinnvoll wie wir vorgehen?
  • Was sind die Vorteile?
  • Was können wir verbessern?

Zu optimieren gibt es immer. Das ist keine Frage aber dafür ein stetiger Prozess. Die Antworten auf unsere Fragen kann man im Interview lesen oder sehen und hören.

Interessant ist, dass wir gerade jetzt nach dem Erscheinen des Artikels gefragt werden: Warum organisieren wir unseren Betrieb digital? Wie funktioniert digitale Organisation?

Aktuell haben wir ein ganz neues und tolles Beispiel, warum wir von der digitalen Organisation unseres Betriebes nicht mehr abweichen werden.

BjörnÜberlastung verhindern

Seit Monaten ist es bei uns ein großes Thema, dass Björn sich versucht zwischen Büro und Werkstatt zu zerteilen, dabei aber auf keinem Fall die Gespräche mit den Kunden zu kurz kommen. Ich glaube viele Betriebe können diese Situation nachvollziehen.

Das Ergebnis dessen war, dass es zu lange dauerte bis wir Zeichnungen und Angebote erstellt haben. Über einen sehr langen Zeitraum hinweg haben wir nach geeigneten Mitarbeiterinnen gesucht, um diese Situation lösen.

Die Lösung ergab sich nun wie so oft aus unserem persönlichen Netzwerk. Eine Tischlermeisterin mit viel Erfahrung im Möbelbau, Mutter dreier Kinder, die tickt wie wir, ist genau die Richtige für unser Anliegen. Zeichnungen und Berechnungen sind ihr Ding – perfekt.

Andrea GrannemannRemote arbeiten

Das Problem: Ihr Wohnort und unser Betrieb trennt eine Distanz von ca. 100 km.

Müsste sie vor Ort in unseren Räumlichkeiten arbeiten, wäre die Distanz aus unterschiedlichen Gründen ein Ausschlusskriterium für die Zusammenarbeit. Dank moderner Technik und Digitalisierung ist es das nicht.

Mit ein paar Klicks sind die nötigen Zugänge geschaffen, Technik installiert, Daten freigeben und es kann losgehen.

Wer Familie hat weiß wie wichtig Flexibilität ist. Zeitgleich ist es aber gerade auch dann toll, in dem Beruf arbeiten zu können, der einem Spaß macht. Ein flexibler Arbeitsplatz bei dem es nicht notwendig ist vor Ort im Büro zu sitzen, bietet ungeahnte Möglichkeiten, die sich erst durch die Nutzung digitaler Möglichkeiten offenbart.

 

Natürlich verändert ein solches Modell im Betrieb auch eine Menge und ganz neue und andere Formen der Kommunikation sind gefragt und stellen eine Herausforderung da.

Dennoch, in Zeiten von Fachkräftemangel und ermüdender Suche nach geeignetem Personal für die offenen Stellen, sind diese digitalen Möglichkeiten ein Geschenk.

Handwerk ist Emotion – Wir brennen für Möbel!

 Küche_Detail Möbelmanufaktur – individuelle Fertigung mit Emotion

Heute ist es Zeit für eine kleine Geschichte, die mich nachdenklich gemacht hat.

Vergangenen Samstag erhielten wir vormittags einen Anruf eines Kunden dem wir einen sehr hohen Schrank gefertigt und in eine Nische seiner Wohnung eingepasst hatten. Die Deckenhöhe der wunderschönen Altbauwohnung und damit verbunden die Höhe des Schranks liegen bei etwa drei Metern.

Um einen solchen Schrank vollumfänglich nutzen zu können, war klar, dass wir bestimmte konstruktive Verstärkungen einbauen würden.

So konnten wir die Frage, ob der Schrank dem Betreten durch eine erwachsene Person stand halten würde getrost mit ja beantworten.

Es ist toll und für uns eine große Wertschätzung, wenn die Kunden im Gebrauch ihrer Möbel mit uns in Kontakt treten und Kommunikation und Austausch gegeben ist.

In jedem der von uns gebauten Stücke steckt nicht nur einfach Wissen und Können, sondern auch ganz viel Energie und Emotion, weil jeder in unserem Betrieb für seinen Beruf brennt.

Nahezu im Anschluss an dieses kurze Gespräch erhielten wir eine Mail. In dieser schrieb uns der Interessent einer Küche, was denn der Unterschied sei, wenn er sich eine Küche bei uns als Manufaktur fertigen ließe, im Vergleich zur industriellen Fertigung, die etwa in Küchenstudios angeboten wird.

Klar fallen mir da sofort jede Menge Argumente ein.

Detail SchwebebodenIst das eigentlich noch genauso klar, wenn ich mich in die Perspektive des Kunden versetze?

Wir bieten häufig dieselben Beschläge. Unterschiede bei der Wahl der Qualität des eingesetzten Materials sind für einen Laien schwer feststellbar. Die Elektrogeräte sind größtenteils auch im Internet bestellbar. Die Dekore sind zumindest ähnlich.

Doch was ist nun also der entscheidende Unterschied. Wir arbeiten mit Leidenschaft und Herzblut. Ok, das ist ein Argument, das schwer in Fakten auszudrücken ist.

Gehen wir doch mal den umgekehrten Weg. Wir verfügen über die Erfahrung vom Bau und Aufbau von mehreren hundert Küchen – darunter auch eine Menge industriell gefertigter Küchen. Unsere Küchen-Kunden haben häufig mindestens ein Angebot eines Möbelhauses oder eines Küchenstudios vorliegen.

DetailsWir gestalten Geschichten

Unser klarer Vorteil ist mit Sicherheit, dass wir an keine Herstellervorgaben gebunden sind. Wir können unsere Lieferanten selbst wählen und beraten daher die Kunden entsprechend dem, was sie sich wünschen.

Auch haben wir keine vorgegebenen internen Verkaufsvorgaben. Wir bieten an, was gewünscht und benötigt wird.

Die Wahl unserer Materialien liegt in unserer Hand. Voll Begeisterung zeigen wir Platten aus nachwachsenden Rohstoffen oder zertifiziert bspw. mit dem blauen Engel. Und nicht zuletzt, wir verarbeiten voller Begeisterung Echtholz. Wir suchen den passenden Stamm für das entsprechende Projekt. Wir wissen zumeist aus welchem Wald der Stamm kommt. Gemeinsam mit den Kunden verleihen wir einem großen Projekt wie etwa einer Küche, eine Seele und eine Persönlichkeit.

Wir schaffen eine Geschichte, an die sich Kunden gerne erinnern und die sie gerne erzählen.

Küchenblock – Material und Technik im Test

KüchenbloclNeue Technik im Test

Ganz regelmäßig entdecken wir neue Technik. Wir haben Material, dass wir immer schon mal verwenden wollten.
In Gesprächen ergeben sich neue Oberflächen und Bearbeitungsmöglichkeiten, die wir unbedingt testen wollen.

Im Alltag und in Kundenprojekten fehlt dafür meist die Zeit.

Küchenblock und Schauraum

Dieses Jahr sind es gleich zwei Projekte, die wir so in den Sommer legen konnten, dass wir die Möglichkeit zum Ausprobieren von vielen neuen Dingen haben.

Zum einen sind wir gerade dabei unseren Schauraum auszustatten. In Kooperation mit Partnern werden wir ab August in Hannover formschöne Möbel, ungewöhnliches Material und kreative Ideen zum Ansehen und nutzen präsentieren.
Sobald wir die ersten Bilder haben, werden wir ausführlich darüber berichten.

Uns erreichte außerdem eine Anfrage, ob wir uns an einer Ausstellung beteiligen möchten, die sich um Handwerkskunst und Küche dreht. Eine großartige Möglichkeit in einer freien Arbeit kreativ zu werden. Unsere Designer haben recherchiert, entworfen, verworfen und dieser Entwurf eines Küchenbocks ist entstanden.
Unser Werkstatt-Team ist nun dabei den Küchenblock zu fertigen, damit er pünktlich abgeliefert und präsentiert wird.
Wir sind schon sehr gespannt auf eure Feedback!