Zukunftsfähig im Unternehmen?

FachkräftegewinnungWie zukunftsfähig ist unser Unternehmen?

Sind wir auf dem richtigen Weg, um auch zukünftig Mitarbeiter interessant zu sein?

An diesen Fragen arbeiten wir ständig und haben mit „agiles Handwerk“ eine eigene Methode zur Betriebsorganisation und Zusammenarbeit entwickelt.

Entscheidend sind jedoch die Menschen mit denen wir im Team arbeiten. In den letzten Jahren gab es hier immer wieder massive Veränderungen.

Wir haben überlegt, hinterfragt, umorganisiert, Fehler gesucht und sind zu einem Ergebnis gekommen.

Nachgefragt

Wir arbeiten gemeinsam mit Menschen, die zu uns ins Team passen. Dieses Team besteht aus lauter besonderen Persönlichkeiten, die spezielle Lebensläufe, besondere Fähigkeiten und ganz eigene Ansprüche an ihren Arbeitsplatz haben.

„Der entscheidende Punkt war, dass ich aufstehen kann wann ich will.“ Das bekam ich als Antwort als ich einen unserer neuesten Mitarbeiter fragte, warum er bei uns angefangen hat.

Das Thema Fachkräftegewinnung spielt auch bei uns eine entscheidende Rolle und so kam ich zu meiner kleinen Umfrage.

Bei dieser Antwort muss ich sehr überrascht aus der Wäsche gesehen haben, denn vor mir saß der Mitarbeiter, der morgens grundsätzlich als erster gutgelaunt in der Werkstatt eintrifft.

Natürlich darf bei uns jeder aufstehen wann er oder sie will, weil unsere Arbeitszeiten nicht festgelegt sind. Für ihn als Frühaufsteher war das ein wichtiges Argument.

Mich überraschte die Aussage deshalb, weil das Argument üblicherweise ist, dass Menschen eher länger schlafen und später anfangen.

Unser Gespräch ging aber noch weiter und er erzählte mir, wie wichtig es für ihn sei, dass er sich komplett selbst organisieren und so auch wichtige Termine mit seiner Familie wahrnehmen könne.

ParisAgiles Handwerk

Ich habe über unser Gespräch lange nachgedacht. Als wir unser Konzept „agiles Handwerk“ entwickelt haben, war der Anstoß dazu unsere eigene Tochter und die Rolle, die wir als Eltern in ihrem Leben spielen wollen. Gepaart mit Erfahrung aus dem agilen Projektmanagement, erlerntem Wissen und intensivem Feedback von Kollegen aus der Softwareentwicklung entstand daraus ein Konzept.

Eines an dem wir immernoch täglich testen, feilen, Erfahrung machen, scheitern und wieder umbauen und lernen.

Das Feedback und die tägliche Zusammenarbeit geben uns die Sicherheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Trotz einer Menge Fehlversuche haben wir aktuell ein Team, dass als solches funktioniert, sich selbst organisiert und gemeinsam Spaß hat.

Freizeitbeschäftigung

Andrea GrannemannWas unser Team so während der Freizeit macht…

Wir haben das Glück, dass unser Team den jeweiligen Beruf liebt – und auch in ihrer Freizeit gerne mit Holz arbeiten. Was dabei rauskommen kann, beschreibt heute Andrea:

Wir wohnen in einem alten Bauernhaus, erbaut vor über 200 Jahren von den Vorfahren meines Mannes. So ein Riesenhaus zu renovieren, auf den heutigen energetischen Stand zu bringen, Altes und Neues in Einklang zu bringen, ist Herausforderung, Frust (manchmal) und Spaß (meistens) in einem!

FreizeitbeschäftigungEin typisch niederdeutsches Hallenhaus bringt eine riesige Eingangstür mit sich: ca. 3m lang und 3m hoch.

Um die Fassade aufzulockern und einen gewissen Wetterschutz zu bekommen, haben wir die Haustür um 1m nach innen versetzt. Diesen Rücksprung wollten wir gestalterisch an das übrige Haus anpassen, sodass wir uns für einen Torbogen und  seitlich ausgemauertes Fachwerk entschieden haben (noch nicht fertig). Den Torbogen konnten wir günstig von einem Abbruchhaus bekommen – allerdings war er etwas zu lang (unten einfach abschneiden) und etwas zu schmal: dafür haben wir dann oben ein neues Stück dazwischengesetzt.

Die alte Inschrift war zum Glück nur aufgemalt – nach dem Abschleifen war der Weg frei für unsere eigene Inschrift, die ich ganz klassisch von Hand mit dem Stecheisen eingeschnitzt und anschließend ausgemalt habe. Vom Stil haben wir uns an den Inschriften um 1800 orientiert. – Wer genau hinschaut, wird sehen, dass ein paar Zahlen noch fehlen: Unsere Renovierung ist noch nicht abgeschlossen, also fehlen noch zwei Ziffern in der Mitte; und wir wollen noch das genaue Baujahr rausfinden – es war irgendwann zwischen 1806 und 1808.

Die Farbwahl ist übrigens ortstypisch, die kleinen Scheiben im Oberlicht auch. Die Glasfüllungen in der Tür bringen jede Menge Licht in die große Deele und sind der „moderne Touch“ im Eingangsbereich.

Digitalisierung im Handwerk

DetailDigitalisierung im Handwerk

Stichwort Digitalisierung:

Ein digitales Büro in einem klassischen Handwerksbetrieb – einer Manufaktur – ist das überhaupt umsetzbar und auch sinnvoll?

Darüber haben wir uns im Vorfeld zugegeben gar keine Gedanken gemacht. Für uns stand von Beginn an die Situation im Raum, dass das Büro so wenig Zeit wie irgend möglich kosten darf, denn die Zeit wird natürlich für Kunden und Aufträge benötigt. Klar war auch immer, es mussten zwei Personen im Büro arbeiten und Björn würde viel unterwegs sein, sowohl im In- als auch im Ausland und musste natürlich dennoch jederzeit Zugriff auf das aktuelle Geschehen haben.

ArmaturAlso was tun?

Was wir dann begannen war eine Reise durch die Möglichkeiten von Hard- und Software, auf der wir uns auch heute noch befinden.

Im Laufe der vergangenen acht Jahre veränderte sich unsere Tischlerei – Mitarbeiter kamen dazu, wir haben angefangen auszubilden, mehrere Projekte mussten parallel abgewickelt werden, Arbeitsvorbereitung und Zeiterfassung spielten eine immer größere Rolle.

Gleichzeitig setzten sich Smartphones immer mehr durch, Brief und Fax wurden gerade auch für Angebote und Rechnungen durch die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation abgelöst. Personen nahezu jeden Alters sind mit moderner Technik vertraut.

Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben diese Möglichkeiten zu nutzen und werden berichten welche Erfahrungen wir im Laufe der Zeit gesammelt haben.

Duale Ausbildung im Handwerk

Ausbildung

Beim IHK Jahresauftakt in diesem Jahr hielt Dr. Christian Hinsch, der Präsident der IHK Hannover ein flammendes Plädoyer für die duale Ausbildung und appellierte an die Anwesenden wie die Kammer Werbung dafür zu machen. Seinen Worten zufolge sind im Kammerbezirk im vergangenen Jahr 3,3 % weniger Ausbildungsverträge geschlossen worden.

Uns im Handwerk betrifft das ähnlich. Nahezu jeder Betrieb beklagt den Fachkräftemangel. Die meisten Betriebe erhalten weniger Bewerbungen, einige Branchen nahezu keine Bewerbungen für die Ausbildung mehr.

Sprechen wir mit Kollegen, so dreht sich die Diskussion auch immer wieder um die Qualität der Auszubildenden, um Erwartungen, um Vorwissen.

Mit der Eintragung in die Handwerksrolle, haben wir in unserer Möbelmanufkatur bewusst dafür entschieden auszubilden. Bei uns wird im Tischlerhandwerk ausgebildet.

2017 werden voraussichtlich zwei unserer Auszubildenden ihre Gesellenprüfung absolvieren. Mit allen Höhen und Tiefen werden die Beiden stolz auf ihr Gesellenstück schauen können, dass sie mit allem ihrem in der Ausbildung erlangten Wissen und Können, eigenhändig gefertigt haben.

Als Frau für die Verwaltung sehe ich mich immer wieder staunend in der Werkstatt um und bin begeistert zu sehen, was hier aus einer Idee, Kreativität, Geschick und Können entsteht.

FachkräftegewinnungFachkräftemangel

Dürfen wir uns als Betriebe über Fachkräftemangel beschweren, wenn wir selbst nicht ausbilden? Ich denke Nein. Nur wenn wir selbst ausbilden und unser Wissen und Können vermitteln, wird es nachfolgende Generationen geben.

Doch wir müssen uns auch den aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir leben in einer immer schneller werdenden, digitalisierten Welt. Wissen ist via Internet nahezu immer und überall abrufbar. Es gibt Listen von Berufen, die in absehbarer Zeit starken Veränderungen unterliegen oder nahezu ganz verschwinden.

Passt das Handwerk denn überhaupt noch in diese Zeit?

Für uns haben wir diese Frage mit einem klaren Ja beantwortet und uns entschieden Wissen, vor allem aber Können in unserem Handwerk, dem Möbelbau zu erhalten und zu vermitteln.

Wir, in und für unsere Möbelmanufaktur bilden dual und im Handwerk aus. Das bedeutet für uns, genauso wie für die Azubis einen intensiven gemeinsamen Weg zu beschreiten und am Ende hoffentlich erfolgreich und stolz auf ein gelungenes Gesellenstück zu blicken.

Wir freuen uns auf all die, die diesen Weg mit uns gehen wollen und werden.

Handwerk ist Emotion – Wir brennen für Möbel!

 Küche_Detail Möbelmanufaktur – individuelle Fertigung mit Emotion

Heute ist es Zeit für eine kleine Geschichte, die mich nachdenklich gemacht hat.

Vergangenen Samstag erhielten wir vormittags einen Anruf eines Kunden dem wir einen sehr hohen Schrank gefertigt und in eine Nische seiner Wohnung eingepasst hatten. Die Deckenhöhe der wunderschönen Altbauwohnung und damit verbunden die Höhe des Schranks liegen bei etwa drei Metern.

Um einen solchen Schrank vollumfänglich nutzen zu können, war klar, dass wir bestimmte konstruktive Verstärkungen einbauen würden.

So konnten wir die Frage, ob der Schrank dem Betreten durch eine erwachsene Person stand halten würde getrost mit ja beantworten.

Es ist toll und für uns eine große Wertschätzung, wenn die Kunden im Gebrauch ihrer Möbel mit uns in Kontakt treten und Kommunikation und Austausch gegeben ist.

In jedem der von uns gebauten Stücke steckt nicht nur einfach Wissen und Können, sondern auch ganz viel Energie und Emotion, weil jeder in unserem Betrieb für seinen Beruf brennt.

Nahezu im Anschluss an dieses kurze Gespräch erhielten wir eine Mail. In dieser schrieb uns der Interessent einer Küche, was denn der Unterschied sei, wenn er sich eine Küche bei uns als Manufaktur fertigen ließe, im Vergleich zur industriellen Fertigung, die etwa in Küchenstudios angeboten wird.

Klar fallen mir da sofort jede Menge Argumente ein.

Detail SchwebebodenIst das eigentlich noch genauso klar, wenn ich mich in die Perspektive des Kunden versetze?

Wir bieten häufig dieselben Beschläge. Unterschiede bei der Wahl der Qualität des eingesetzten Materials sind für einen Laien schwer feststellbar. Die Elektrogeräte sind größtenteils auch im Internet bestellbar. Die Dekore sind zumindest ähnlich.

Doch was ist nun also der entscheidende Unterschied. Wir arbeiten mit Leidenschaft und Herzblut. Ok, das ist ein Argument, das schwer in Fakten auszudrücken ist.

Gehen wir doch mal den umgekehrten Weg. Wir verfügen über die Erfahrung vom Bau und Aufbau von mehreren hundert Küchen – darunter auch eine Menge industriell gefertigter Küchen. Unsere Küchen-Kunden haben häufig mindestens ein Angebot eines Möbelhauses oder eines Küchenstudios vorliegen.

DetailsWir gestalten Geschichten

Unser klarer Vorteil ist mit Sicherheit, dass wir an keine Herstellervorgaben gebunden sind. Wir können unsere Lieferanten selbst wählen und beraten daher die Kunden entsprechend dem, was sie sich wünschen.

Auch haben wir keine vorgegebenen internen Verkaufsvorgaben. Wir bieten an, was gewünscht und benötigt wird.

Die Wahl unserer Materialien liegt in unserer Hand. Voll Begeisterung zeigen wir Platten aus nachwachsenden Rohstoffen oder zertifiziert bspw. mit dem blauen Engel. Und nicht zuletzt, wir verarbeiten voller Begeisterung Echtholz. Wir suchen den passenden Stamm für das entsprechende Projekt. Wir wissen zumeist aus welchem Wald der Stamm kommt. Gemeinsam mit den Kunden verleihen wir einem großen Projekt wie etwa einer Küche, eine Seele und eine Persönlichkeit.

Wir schaffen eine Geschichte, an die sich Kunden gerne erinnern und die sie gerne erzählen.

Perfektion oder Emotion?

DesignWas wollen wir eigentlich? Perfektion, Emotion, Qualität, Design?

Heute öffnete die CeBIT ihre Pforten. Für mich ist das jedes Jahr ein fester Termin in meinem Kalender. Auch in diesem Jahr waren einige Gespräche auf der Messe verabredet ansonsten ließ ich mich treiben.

Ich trieb vorbei an Dronen, neuster Technologie, autonomem Fahren und strandete wie auch im vergangenen Jahr bei Watson dem „Supercomputer“.

Komplexe Software ist in der Lage nahezu Perfektion in der Fertigung zu schaffen. Abweichungen sind für das Auge kaum wahrnehmbar. Supercomputer wie Watson verfügen über eine Menge an Wissen, dass sie in kürzeste Zeit für den Menschen nutzbar machen, dass unser Gehirn im Vergleich alt aussieht.

KönnenWissen oder Können?

Dennoch, haben sie einmal versucht eine Handwerkstechnik mittels Videoanleitung zu lernen? Ich versuche es öfter und stelle fest, ich muss üben, um meine Fähigkeiten in Richtung Können zu entwickeln.

Umso mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr Respekt habe ich vor unserem Team. Ähnlich geht es mir bei anderen Handwerken. Ein Paar Schuhe, ein Kleidungsstück, ein Essen, dass all meine Sinne anspricht, fasziniert mich. Ich überlege mir wer wohl dahinter steckt. Welche Gedanken sich die Handwerker dahinter wohl gemacht haben. Was sie dazu gebracht hat genau das zu kreieren, zu fertigen, dass ich erlebe.

Umfassendes Wissen schnell nutzbar zu machen, Abläufe zu vereinfachen, Fehler in Prozessen zu minimieren – das sind für mich die klaren Vorteile der Digitalisieren. Dafür gehe ich auf die CeBIT und recherchiere. Ich nutze die Technik um Menschen zu erreichen, die ich sonst nicht hätte erreichen können.

Perfektion, TransformationDigitale Transformation und Handwerk

Im Gegenzug zur digitalen Transformation aber nimmt mein Respekt vor Können zu, vor Handwerk zu. Hier arbeiten Menschen, die ein solches Können in ihrem Fach erlangt haben, dass Ihre Tätigkeit nahezu spielend leicht aussieht.

Was aber noch viel wichtiger ist: Hier arbeiten Menschen die mit Ihrer Leistung begeistern und unsere Sinne ansprechen. Handwerk wird fühlbar – ein gelungener Abend bei dem das Essen auf der Zunge schmilzt. Ein neuer Haarschnitt, der neue Energie in Ihnen weckt. Ein Brot, dass beim Aufschneiden so duftet, dass einem das Wasser im Mund zusammen läuft. Ein Raum, der durch ein frisch montiertes Möbelstück vervollständigt scheint.

All das ist Handwerk. Und auch wenn die digitale Transformation unser Leben in den Grundfesten verändert und ich die damit verbundenen Möglichkeiten schätze und nutze, all das wird für mich nie die Emotionen gelebten Handwerks ersetzen.

Dafür stehen wir alle morgens auf und wecken Emotionen. Oder ist das Leben ohne Emotionen lebenswert?